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Projekt „Love-Peers“

Posted by niki - Juli 20, 2011

Wir alle können uns noch gut erinnern: An unsere eigenen ersten Erfahrungen mit Liebe und Sexualität. Daran, dass wir heimlich und mit der Angst dabei ertappt zu werden in der Bravo Dr. Sommer gelesen haben, daran, wie unsicher und unwissend wir bei diesem Thema waren und vor allem daran, wie schwierig es war, mit einer erwachsenen Person, einer Lehrerin – oder den eigenen Eltern über dieses Thema zu reden.

Leider ist ein offener und ehrlicher Umgang mit dem Thema nicht ganz so selbstverständlich. Angst, Unbehagen und Unsicherheit sind oft eng mit dem Thema Liebe und Sexualität verknüpft.Die letzten Studien zeigen, dass Österreichs Teenager erschreckend ahnungslos sind, weil sich unsere Sexualpädagogik in einem sehr schlechten Zustand befindet: Sowohl Teenagerschwangerschaften als auch Infektionen mit Geschlechtskrankheiten sind gestiegen.

Diese Aufklärungsdefizite sind zwar schlimm, ihnen kann aber gezielt entgegengewirkt werden. Denn vor allem aus gesundheitlicher Sicht für Jugendliche sehr wichtig ist, über Liebe, Sexualität, Verhütung und Geschlechtskrankheiten offen und ohne Scheu zu reden; daher habe ich in Salzburg das Pilotprojekt „Love-Peers“ initiiert.

Durch das Projekt „Love-Peers“ werden Jugendliche in Workshops von ExpertInnen zu diesem Thema ausgebildet und geben in der Folge ihr Wissen in Workshops an andere Jugendliche weiter.

Der Zugang ist also ein unhierachischer, ExperInnen und Lernende befinden sich auf einer Ebene. Wir arbeiten hier modern im Sinne von präventiv: Also früh genug umfassend und lebensnah aufklären, und somit ungewollte Schwangerschaften sowie Krankheiten verhindern. Am Ende der vier-tägigen Ausbildung gab es dann auch Zertifikate.

Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei allen Institutionen und den Personen dahinter, die mit viel Einsatz und Wissen diesen Projekt inhaltlich auf die Beine gestellt haben, namentlich der

o            Verein Selbstbewusst – Sandra Kirbach

o            die Sexualberatungsstelle – Michael Schreckeis

o            Frauengesundheitszentrum ISIS – Petra Schweiger und

o            die Aidshilfe Salzburg – Michaela Wöss

und natürlich vor allem bei den SchülerInnen, die sich voller Engagement, Professionalität aber auch Spaß die Ausbildung absolvierten!

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Warum es gut und richtig ist, dass die „Pille danach“ nun rezeptfrei ist

Posted by niki - Dezember 28, 2009

Eine Initiative, angepasst an die Lebensrealitäten der Jugend

Seit 18. Dezember ist die „Pille danach“ dank unseres Gesundheitsministers Alois Stöger (SPÖ) nun endlich rezeptfrei. Und das ist mehr als gut so. Warum? Eine kleine, wahre Geschichte möchte ich euch hier erzählen…

Ich kann mich noch gut erinnern, als eine Freundin von mir diese „letzte Rettung“ vor ein paar Monaten mehr als dringend brauchte. Es war Sonntag in der Früh, das Kondom war – trotz ordnungsgemäßer Anwendung – geplatzt. Die einzige Möglichkeit: das rettende Krankenhaus. GynäkologInnen, die ein Rezept dazu ausstellen, haben ja in der Regel Sonntag morgen zu. Dort angekommen, trafen sie erstmals strafende Blicke (scheinbar ist Sex etwas böses…) und die überflüssige Frage, wie alt sie wäre (sie war über 20). Nach der Untersuchung kam dann die ernüchternde Botschaft: Ohne Rezept kostet die „Pille danach“ 183 Euro! Für eine Studentin ein Batzen Geld. Dennoch wurden die 183 Euro zähneknirschend in Kauf genommen – die Angst vor einer Schwangerschaft überwog dann doch.

So läuft es (zwar nicht immer) aber leider oft in der Realität ab. Und diese Stigmatisierung verbunden mit hohen Kosten trifft hauptsächlich Frauen.

Ist Sexualerziehung wichtiger als die rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“?

Oftmals wird in diesem Zusammenhang argumentiert, dass eine ordentliche schulische Sexualerziehung und Aufklärungsarbeit „wichtiger“ wäre. Natürlich ist der Ruf nach Aufklärung über Verhütung richtig und gerechtfertigt. Präventiv zu arbeiten ist immer besser als spätere Versäumnisse zu kitten! Aber nichtsdestotrotz kann immer etwas „passieren“. Und für diese Fälle muss dann auch vorgesorgt sein. Daher nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.

ExpertInnen, wie der Leiter der Wiener Gynmed-Klinik Christian Fiala, erwarten durch die rezeptfreie „Pille danach“ einen Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche. In fast allen Ländern Westeuropas sei diese Maßnahme seit mehr als zehn Jahren Realität und habe sich sehr bewährt. Das Salzburger Frauengesundheitszentrum ISIS vertritt sogar die Meinung, dass die „Pille danach“ in der Hausapotheke bei Bedarf griffbereit sein soll.

Unachtsame Verhütung?

Das Argument„Wenn die Pille danach jetzt rezeptfrei ist, wird unachtsamer verhütet“ stimmt einfach nicht. Es ist dumm zu glauben, dass Mädchen und Frauen jetzt unachtsamer verhüten würden, wenn sie wissen, dass die „Pille danach“ jetzt rezeptfrei und somit „leichter zu haben“ ist. (Jungen) Frauen ist sehr wohl bewusst, dass die „Pille danach“ kein normales Verhütungsmittel ist, sondern nur in Notfällen anzuwenden ist und unter Umständen auch Nebenwirkungen haben kann.

Unsere Rolle, die Rolle der Politik sehe ich darin, Aufklärungsarbeit zu leisten. Aufklärung über ordnungsgemäße Verhütung, Aufklärung über die Möglichkeit der „Pille danach“ und ihre Auswirkungen. Hier ist es wichtig, sinnvolle Regelungen – wie die derzeitige Verordnung des Gesundheitsministers – zu schaffen, um in konkreten „Notsituationen“ zu helfen.

Denn nur so leisten wir unseren Beitrag, junge Menschen zu selbstbestimmten, eigenständigen Menschen zu erziehen. Und das verstehe ich unter einer Politik der „helfenden Hand“ anstatt des „erhobenen Zeigefingers“!

Bilder: http://www.pixelio.de
Bild 1: Rainer Sturm
Bild 2: Viktor Mildenberger
Bild 3: Tomizak

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