Niki Solarz' Blog

Mit Sicherheit. Immer auf deiner Seite.

Warum wir Badeenten die Salzach entlang schickten..

Posted by niki - Juli 29, 2010

Sexismus hat in der Werbung einfach nichts verloren. Und um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, schickten wir, die Badgirls – am Montag Nachmittag hunderte pinke Badeenten in der Salzbach auf die Reise.


Konkretes Beispiel für sexistische Werbung in Salzburg bietet die aktuelle Speisekarte des Restaurants Raschhofer:

Das Foto für das Speiseangebot am Dienstag zeigt junge Frauen in Hotpants, kombiniert mit dem Spruch „Hoass und Knusprig und mit fesche Knedl“. Was Hotpants auf einer Speisekarte zu suchen haben, ist mir ein Rätsel.. Schade, weil es ein derart bekanntes Unternehmen eigentlich nicht nötig hat, mit sexistischer Werbung auf sich aufmerksam zu machen, sondern eher mit gutem Beispiel vorangehen sollten. Das ist doch nur peinlich!

Überraschenderweise sagt zur selben Zeit (das war nicht abgesprochen, im Ernst!) auch die Wiener SPÖ, allem voran Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, sexistischer Werbung den Kampf an. Die Kärtner Brauerei Hirter rühmt sich gerade mit einer Plakatkampagne unter dem Titel „Hirter Fasstypen“: Drei Frauen (eine blonde, eine rothaarige und eine dunkelhaarige, damit auch für jedermann eine dabei ist) bedecken ihre nackten Oberkörper nur mit einer Hand, in der anderen halten sie das Bier (welches ich nie wieder trinken werde!). Ein super Kommentar (gegen diese Werbung) wurde von Michael Schmid (fm4.orf.at) dazu verfasst!

Zu unserer Freude kam dann auch noch der Herr Vizekanzler Pröll vorbei, dem wir natürlich gleich eine pinke Ente samt pinkem Luftballon in die Hände drückten. Mit Forderung natürlich 🙂

Aber nicht nur der Sexismus in der Werbung stört uns. Viel mehr ist es uns ebenso ein Anliegen, für Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Politik, qualifizierte 30-Stunden-Jobs für beide Elternteile sowie Einkommenstransparenz in Unternehmen, um endlich die massive Lohnschere zwischen Männern und Frauen zu verkleinern und zu schließen, einzutreten. Unsere Forderungen für Salzburg gibts dazu unter www.badgirl.at.

Das Ziel unserer Aktion war es jedenfalls, die Öffentlichkeit dafür verstärkt zu sensibilisieren. Und unsere Badeenten sollten uns auf humorvolle Weise helfen, mit den Forderungen um den Hals diese entlang der Salzach über das ganze Bundesland zu verteilen.

Denn der beste Weg, Ungerechtigkeiten wie Sexismus zu stigmatisieren, ist ihn Öffentlich zu machen. Dies ist uns durch diese Aktion unter anderem durch die Artikel in den Bezirksblättern,  den Salzburger Nachrichten, der Printausgabe des Standards, dem Salzburger Fenster, und einem online-Beitrag auf diestandard.at gelungen. diestandard vergab sogar zwei Zitronen 😉

Um noch mal zurück auf unsere Anprangerung des Sexismus in der Werbung zu kommen: Auch auf die Gefahr hin, von einigen jetzt als „Spaßbremse“ oder „eine, die aus Zucker ist“ gesehen zu werden: Es ist uns egal. Wir bleiben bei unserer Meinung. Sexistische Werbung geht einfach gar nicht, ist entwürdigend, und nervt uns einfach. Daher werden wir genau so weiter machen wie bisher: es aufzeigen, lästig sein, es öffentlich machen und stigmatisieren. Badgirls eben 😉

P.S.: Um die (verständlichen) Sorgen der Umweltbewussten (so wie wir es sind) auszuräumen – wir haben die Enten mit Nylonschnüren befestigt, um sie nachher wieder aus dem Wasser ziehen zu können. Unser Ziel ist es, mit dieser Aktion Sexismus und Ungerechtigkeiten Öffentlich zu machen, aber keines falls der Umwelt weh zu tun!

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Die ÖVP, die Spaßbremse..

Posted by niki - Juli 13, 2010

Wir alle kennen Segways und finden sie cool, witzig, jugendlich – naja, nicht alle, die ÖVP leider nicht und die Bürgerliste scheint ihre Meinung auch geändert zu haben.

Grundsätzlich sind Segways in Österreich überall dort zugelassen, wo auch Fahrräder fahren dürfen. Vor zwei Jahren stimmte die ÖVP gegen einen Segway-Verleih in der Innenstadt. Die Bürgerliste, die damals noch dafür war, steht den Fahrzeugen mittlerweile skeptisch gegenüber.

Ich selber habe so ein Ding schon einmal ausprobiert. Am Anfang braucht es ein bisschen Übung, um damit umgehen zu können, aber es macht viel Spaß. Zum Glück sind sie aber so konzipiert, dass sie nicht umkippen können. Natürlich kann es passieren, dass einE PassantIn erwischt wird, wenn man/frau zu schnell oder zu unkontrolliert unterwegs ist. Aber das kann beim Radfahren oder Rollerskaten genauso passieren. Würden wir hier sofort nach einem Verbot schreien? Ich denke nicht.

Viel wichtiger ist, verantwortungsbewusst mit den Segways umzugehen und nicht blind durch die Altstadt zu fahren. So wie es für RadfahrerInnen, SkaterInnen, AutofahrerInnen, etc. gilt, müssen auch Segway-FahrerInnen auf die anderen VerkehrsteilnehmerInnen Rücksicht nehmen, Verkehrsregeln einhalten und die Sicherheitstipps, wie das Tragen eines Helms, festes Schuhwerkes, etc. berücksichtigen. Die Sicherheit ist wichtig, aber wenn diese eingehalten wird, muss ein bisschen Spaß schon erlaubt sein. Die Segways sollen Salzburg auch weiterhin erhalten bleiben und somit allen jungen und jung gebliebenen Menschen die Möglichkeit bieten, etwas Neues auszuprobieren. Ein Verbot, wie es die Spaßbremse ÖVP verlangt, kann jedenfalls nicht die Lösung sein.

Bild: http://www.pixelio.de

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Muttertag und so..

Posted by niki - Mai 11, 2010

Anlässlich des Muttertages habe ich etwas „Lustiges“ gefunden: Das Handbuch für die gute Ehefrau aus dem Jahr 1955, welches es wirklich gegeben hat. Ich wills euch nicht vorenthalten, also lest selbst…

(Hier die zwei Seiten zum Nachlesen: Handbuch_Hausfrau_1955-1)

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Jung.modern.web sucht – Wie das Web 2.0 unser Leben verändert

Posted by niki - März 13, 2010

Die Nutzung neuer Medien bzw. moderner Kommunikationstechnologien wird gerade für Jugendliche immer wichtiger – nicht nur im privaten, sondern vor allem im schulischen und später dann im beruflichen Bereich. Leider wird den Themen „Internet“, „soziale Medien“ und „Web 2.0“ sowohl in der Schule als auch in der Öffentlichkeit wenig Aufmerksamkeit geschenkt und wenn doch, wird es – vor allem in der Politik – oft negativ dargestellt (Internetsucht, „Gefahrenpotential“ durch Daten- und Informationspreisgabe, etc.). Außerhalb, also in der Gesellschaft und da vor allem bei Jugendlichen, findet darüber ein breiter, grundsätzlich positiver Diskurs statt. Daher ist es mehr als an der Zeit, vor allem auf politischer Ebne, eine vernünftige Diskussion darüber zu führen.

Am 24.3.2010 findet dazu um 19:00 Uhr im Republik eine Veranstaltung unter dem Titel „Jung.modern.web sucht – Wie das Web 2.0 unser Leben verändert“ statt. Eingeladen sind alle AkteurInnen im Web 2.0 Bereich, also Medien, Politik, Eltern und Jugendliche. Natürlich wird das ganze auch online übertragen unter http://proj.emea.acrobat.com/live/. Wenn ihr also keine Zeit habt, vorbeizukommen, klinkt euch einfach ein und diskutiert mit! Wir freuen uns über jegliche Iputs! Helft uns, Salzburg Web 2.0-fit zu machen!

Fachliche Inputs liefern:

  • Mag. David Röthler, Social Media Experte
  • Dr.in Ursula Maier-Rabler, Assistenzprofessorin am Institut für Kommunikationswissenschaft
  • Dr. Gerhard Rettenegger, Chefredakteur des ORF Landesstudios Salzburg
  • Nadine Lainer, Jugendliche
  • Jochen Höfferer, Jugendexperte
  • und ich 🙂

Die Moderation übernimmt Wolfgang Gallei. Für die musikalischer Auflockerung zwischendurch sorgt MuckEmcy (Freestyle-Rapper). Eingeladen sind alle, die sich für Web 2.0 und Social Media interessieren oder sich in Zukunft interessieren wollen 🙂 Eintritt ist natürlich frei!

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Das BadGirl-Manifest

Posted by niki - März 8, 2010

www.badgirl.at
FEMINISMUS
… ist für uns eine selbstverständliche Denk- und Lebensweise!

Feminismus bedeutet für uns, gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei zu leben. Wir sind junge, moderne und selbstbewusste Frauen, denen es ein Anliegen ist, diese Denkweise, Ideologie und Lebensweise anderen Frauen (und Männern) zu vermitteln. Nicht als etwas Außergewöhnliches, sondern als etwas Normales, was für uns heute noch genauso wichtig ist wie in den 70ern. Wir sind überzeugte Feministinnen, wir sind die „Badgirls“.

UNSER AUSSEHEN
… ist grundsätzlich unsere Sache!

Wir sind dick, dünn, groß, klein, haben lange Haare, haben kurz, blonde, rote, schwarze oder braune Haare. Wir tragen Stöckelschuhe oder Turnschuhe, manchmal gar keine Schuhe. Wir schminken uns, oder auch nicht. Wir lieben Röcke, aber auch Schlabberhosen. Wir sind Single, oder in einer Beziehung. Kurz gesagt: Uns gibt es in allen Varianten! Und das hat genau gar nichts damit zu tun, ob wir jetzt „bessere“ oder „schlechtere“ Feministinnen sind.

DISKRIMINIERENDE REGELUNGEN
… gehören aufgezeigt und eliminiert!

Wir sind gegen jede gesetzliche, politische, gesellschaftliche, kulturelle oder religiöse „Regelung“, die Frauen etwas auferlegt, was Männer nicht müssen. Daher finden wir auch „gesellschaftlich“ auferlegte „Kleidungsvorschriften“ diskriminierend: Ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich bin eine Schlampe“ diskriminiert junge Mädels. Dadurch, dass es viele (vor allem junge) Mädchen tun, und dies von vielen Männern als „cool“ empfunden wird, erhöht sich der Druck auf die, die es ablehnen. Klar, wir haben eingangs erwähnt, dass wir anziehen, was wir wollen. Dies aber mit einer bestimmten Sensibilisierung: Ein Mini ist für uns hip und cool. Ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich bin eine Schlampe“ reduziert mich auf ein Sexualobjekt. (Der Titel ist ja auch selbstredend.) Und das wollen wir nicht.

FREIE BAHN IM JOB
… nur wenn eine Regelung transparent ist, kann sie auf Diskriminierung kontrolliert werden!

Macht ist in unserer Gesellschaft ungemein ungleich verteilt. Besonders schlimm äußerst sich das für uns im Job: also da, wo es ums Geld (verdienen) geht: In der Geschäftsführung von Unternehmen im ATX-Börsenindex sind 96,5 % (mächtige) Männer (3,5 % Frauen); In den Aufsichtsräten aller österreichischen Unternehmen sind 91,3 % Männer, nur 8,7 % Frauen. Frauen verdienen im 21. Jahrhundert immer noch das klassische Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen. 15 % Gehaltsunterschiede sind absolut unerklärlich und rein auf das Geschlecht zurückzuführen: Bei gleicher (Aus-)Bildung, bei gleicher Arbeitszeit, im gleichen Job und dem selben Alter verdienen Frauen mindestens 15 % weniger. Das geht doch wohl gar nicht! Daher sind wir dafür, dass Gehälter in Unternehmen „sichtbar“ und somit vergleichbar gemacht werden sollen! Nur so können Unterschiede transparent gemacht, aufgezeigt und im besten Fall eliminiert werden. Um die Ungleichheit in den obersten Führungsebenen endlich abzubauen, brauchen wir die Quote in Aufsichtsräten.

FINANZIELLE UNABHÄNGIGKEIT
… ist eine DER zentralen Forderungen, für ein selbstbestimmtes Leben!

Nur wenn frau sich selbst finanziert, kann sie frei leben, und frech und fröhlich das Leben führen, das sie will. Daher halten wir auch wenig von Teilzeitjobs, (unter 25 Stunden) da diese meist mit einem Einkommen verknüpft sind, welches eben nicht für ein unabhängiges und finanziell selbstständiges Leben ausreicht. Cool wär doch ein Modell, in dem beide (Frau-Mann) 30 Studen arbeiten: Dadurch hätten beide ein zumindest halbwegs existenzsicherndes Einkommen und könnten sich auch gleichberechtigt um Kinder und Haushalt kümmern. In Skandinavien übrigens schon längst Realität!

Bildung
… ist wichtig, löst aber nicht alle Probleme.

Die Zahlen zeigen es: Frauen werden immer gebildeter, überholen in fast allen Bereichen schon die Männer. Mehr Frauen als Männer haben Uni-Abschlüsse (derzeit: 14 % Frauen, 13 % Männer), Mädchen haben im Schnitt bessere Noten als Burschen. Dennoch sind sie beruflich benachteiligt. Klar ist, dass frau für die guten Jobs eine gute Ausbildung braucht. Die beste Ausbildung bringt ihr aber nichts, wenn sie durch die Strukturen gehemmt wird. Daher brauchen wir neben einer guten Ausbildung auch eine Änderung in den Strukturen: Sei es durch eine Änderung in den obersten Funktionen (gleich viele Männer wie Frauen, die entscheiden), sei es durch mehr Transparenz (Verdient mein Kollege grundlos mehr als ich?)

QUOTEN
… klappen! Wo liegt also das Problem?

Und daher sind wir auch dafür, weil sie (leider) immer noch notwendig sind. Was wie eine Sonderregelung aussieht, ist nur Mittel zum Zweck. Wir lassen auch das Argument „Es gibt  ja nicht so viele gute Frauen wie Männer“ nicht gelten. Oder wollt ihr uns ernsthaft einreden, dass der Durchschnitt der Männer einfach klüger ist als der Durchschnitt der Frauen? Das glaubt ihr ja selber nicht! Und daher gehören wichtige Positionen, Funktionen oder Jobs auch gleich (also 50:50) verteilt.

KINDER
… sollen im 21. Jahrhundert endlich kein derartiges Hindernis im Beruf mehr sein!

Wir lieben Kinder und viele von uns wollen auch mal welche haben. Aber nicht um jeden Preis. Nachdem wir sie bekommen haben, wollen wir bald wieder arbeiten und sie in einer staatlichen Kinderbetreuungseinrichtung gut behütet wissen. Klar ist für uns auch, dass wir uns die Arbeit mit dem Kind mit unserem Partner aufteilen, nämlich 50:50. Dass Frauen, nachdem sie ein Kind bekommen haben, bald wieder ins Berufsleben einsteigen sollen, ist für uns übrigens nicht nur aus feministischer Sicht wichtig, sondern auch aus volkswirtschaftlicher. Frauen die Arbeiten gehen, zahlen ja auch Steuern, mit welchen unser Sozialsystem erhalten wird.

SEXISMUS IM ALLTAG
… finden wir einfach grauenhaft!

Sei es durch anzügliche Bemerkungen oder Blicke, sei es weil einige Männer ihre Hände nicht unter Kontrolle haben. Sexistische Bemerkungen wie zB Frauen können nicht Auto fahren oder der unabsichtliche, freundschaftliche Klapps auf den Po nerven uns! Auch Aussagen über unser Aussehen könnt ihr euch sparen: Komplimente wie „scharfer Hase“ oder dergleichen finden wir gar nicht gut. Da wir keine Tiere sind, sondern Menschen, wollen wir auch nicht als solche bezeichnet werden. Wir sind deswegen keine Spaßverderberinnen oder prüde, wir wollen nur unsere Privatsphäre respektiert haben!

SEXISMUS IN DER WERBUNG
… nervt und gehört entsorgt!

Wenn in der Waschmittelwerbung prinzipiell nur Frauen sind oder die Aufmerksamkeit auf den fast heraus fallenden Busen anstatt das geworbene Auto gelenkt wird, dann wird ein Frauenbild transportiert, welches alles andere als gleichberechtigt ist. Auf der einen Seite wird Frau in eine bestimmte Rolle (Haus- bzw. Putzfrau) gedrängt, auf der anderen Seite wird Frau wieder mal nur aufs Äußere reduziert. Kommt ihr alten (Werbe-)Herren, lasst euch mal etwas Besseres einfallen! Das ist ja peinlich!

PROSTITUTION
… macht Frauen kaputt!

Frauen (bzw. ihr Körper) sind keine Waren. Es ist einfach nicht in Ordnung, Menschen auszunutzen, die sich häufig in ausgesprochen schwierigen Situationen befinden. Freiwillig machen es wenige. Denn, warum sind der Großteil der Prostituieren Migrantinnen aus niedrigen sozialen Schichten? Daher sind wir der Meinung, Prostitution gehört kriminalisiert. Aber nicht die Frauen gehören bestraft, sondern die Freier!

ABTREIBUNG
… sollte die alleinige Entscheidung der Frau sein!

Vorne weg: Wir sind natürlich nicht für Abtreibung (wer ist das schon?). Wir sind aber dafür, dass jede Frau das Recht und die Möglichkeit hat, abzutreiben. Und das in einem öffentlichen Krankenhaus, unter öffentlicher Kontrolle. Es gibt gewisse Themen, die Männer NIE betreffen werden, da sie NIE in eine solche Situation kommen können. Also macht es denen, die sich in dieser schwierigen Situation befinden, nicht noch schwieriger, indem ihr sie stigmatisiert und ihnen ein schlechtes Gewissen einredet! Keine Frau macht das aus Jux und Tollerei. Meist hat sie einfach keine andere Wahl! Natürlich kennen wir die Schwere dieses Eingriffes und wissen um die (oft psychischen) Folgen. Aber wir sind doch nicht unmündig! Drum lasst das uns entscheiden!

Macht
… definieren wir nicht per se als negativ.

Negativ ist sie, wenn sie ungleich verteilt ist bzw. „missbraucht“ wird. In einem kapitalistischen System (wie es in Österreich vorherrscht) entscheiden die Mächtigen. Die, die Macht haben, sagen wo es lang geht. Macht liegt derzeit hauptsächlich bei Männern. Sie geben somit die politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen etc. Spielregeln vor. Macht muss daher von der Gruppe (= Männer), die sie überproportional hat, abgegeben werden und fair verteilt werden.

LEBEN OHNE EINSCHRÄNKUNGEN
… weil es uns egal ist, was „die Gesellschaft“ (wer immer das auch sein mag) von uns erwartet!

Wir sind nicht der Meinung dass, wir nur eine „echte“ Frau sind, wenn wir uns „weiblich“ verhalten: Das heißt, nicht laut reden oder lachen, verständnisvoller, vernünftiger sein, nachgiebiger sein, nicht zu dominant, immer niedlich herausgeputzt, brav zu ihrem Mann aufblickend und ihn beruflich natürlich unterstützend. Wir pfeifen drauf! Wir sind nämlich genau so, wie wir sind. Und machen genau das, worauf wir Spaß haben (natürlich nichts Strafbares), auch wenn es gesellschaftlich nicht erwünscht ist. Natürlich können wir auch mal vernünftig und lieb sein, manchmal sogar brav angepasst. Aber wenn wir Lust dazu haben, sind wir wütend, laut und dominant und beschweren uns auch über das männlich dominierte System, in dem wir leben. Wir sind eben, wie es uns gerade gefällt.

Politik
…spielt in der Frage der Gleichberechtigung eine zentrale Rolle.

Politik schafft (gesellschaftliche, wirtschaftliche, soziale) Rahmenbedingungen für Frauen und Männer. Daher brauchen wir in allen politischen Entscheidungsgremien gleich viele Frauen wie Männer. Nur wenn annähernd gleich viele Frauen wie Männer in der Politik vertreten sind, kann sich die Gesellschaft in eine „gleichberechtigte und gleichgestellte“ Gesellschaft verändern. Wir Frauen wissen und spüren es hautnah, wo zu unseren Lasten Ungleichheiten sind! Nur wir können uns vehement dafür einsetzen und Druck machen! Oder würdet ihr euch als Vegetarierin von einer Fleischfresserin gut vertreten fühlen?

MÄNNER
… mögen wir!

Vor allem die, die uns in unserem Anliegen unterstützen – oder zumindest nicht behindern. Die, die einsehen, dass die privilegierte Gruppe (=Männer) der nicht-privilegierten Gruppe (= Frauen) Macht abgeben muss. Sexisten mögen wir nicht. Aber das hat nichts mit Mann oder Frau zu tun. Wir mögen nämlich auch keine sexistischen Frauen. Das Problem ist, dass strukturelle Benachteiligung auch allen jenen Männern schadet, die sich mit den unerträglich erstarrten Zuständen in dieser Republik nicht abfinden wollen. Die werden ja auch von patriarchalen Strukturen blockiert.

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Badgirl.at

Posted by niki - Februar 7, 2010

Was ist eine Feministin? Gibt es auch Feministen? Wie sehen sie aus und was macht den Feminismus aus? Ist Feminismus eine verstaubte Sache? Brauchen wir ihn heute auch noch? Gibt es eine typische Feministin?

Junge Frauen haben tendenziell ganz konkrete Vorstellungen, wie eine „typische Feministin“ zu sein hat und würden sich oft deshalb selber nicht als eine solche bezeichnen. Meist handelt es sich dabei um das Bild von Feministinnen der 1970er Jahre, die sich damals unter anderem aus Protest beispielsweise die Achselhaare nicht rasiert haben. Als Zeichen gegen die breite Masse trugen sie partout keine hohen Schuhe und hatten oftmals besonders kurze Haare.

Mit der heutigen feministischen Realität hat dieses Erscheinungsbild nur mehr am Rande zu tun, obwohl es natürlich vollkommen legitim ist, auch so auszusehen. Feminismus hat grundsätzlich nichts mit der Optik einer Person zu tun – sich die Beine zu rasieren und gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordern widerspricht sich nicht! Um konkret zu zeigen, was Feminismus für uns „badgirls“ bedeutet, haben wir darüber ein Video (zu finden unter www.badgirl.at) gedreht.

What the hell is „Feminismus“?
Feminismus ist in erster Linie eine Denkweise, eine politische Ideologie, die sich sowohl aus linken, wie auch aus konservativen Kreisen bereits im 19. Jahrhundert gebildet hat. Für uns bedeutet Feminismus vor allem die Förderung und Forderung eines unabhängigen, selbstbestimmten Lebens für Frauen, das sich auf alle Lebenslagen erstreckt.

Zentral ist dabei die finanzielle Unabhängigkeit, die allen anderen Freiheiten zu Grunde liegt. Nur wenn frau sich selbst finanziert, kann sie frei leben, und frech und fröhlich das Leben führen, das sie will. Feministin sein heißt auch nicht Männer zu hassen – wir wollen kein Matriarchat, wir wollen Gleichberechtigung im sozialen, politischen, und arbeitsmarktpolitischen Kontext.

Feministisch leben heißt für uns, genau das zu tun und zu erreichen (beruflich, politisch und privat), was wir wollen, ohne männliche oder sonstige Einschränkungen. Frei nach dem Grundsatz: „Die größte Gefahr für die Gleichberechtigung ist der Mythos, wir hätten sie schon erreicht“ kann unser Verständnis von einem feministischen Leben zusammengefasst werden.

Noch ein Buchtipp zu diesem Thema: „Die Badgirl Feministin“ von Grete Nestor. Echt humorvoll zu lesen, auch für „AnfängerInnen“ super geeignet!

Und ein bisschen Humor kann bei dem Thema auch nicht schaden 😉

Karikatur: Thomas Wizany, http://mein.salzburg.com/blog/wizany/2010/02/niki-solarz—femme-fatale.html

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Neue Ehrlichkeit leben!

Posted by niki - Januar 30, 2010

Nächsten Montag habe ich die Ehre, im Club 41 Salzburg einen Vortrag zum Thema „Jugend und ihr Verhältnis zu Politik“ zu halten. Ich habe mit vielen klugen Leuten  darüber diskutiert, woran es liegt, dass viele Jugendliche kein (oder wenig) Interesse an der traditionellen „Parteien-Politik“ haben. Unsere Conclusio ist, dass gerade junge Menschen von „der Politik“ die Schnauze voll haben. Ist ja auch kein Wunder! Viel zu oft wurden sie an der Nase herum geführt. Die Menschen erwarten nicht, dass PolitikerInnen ihnen alles versprechen, sondern die Anliegen und Probleme ernst nehmen, mit ihnen darüber diskutieren und versuchen gerechte Lösungen zu finden. Ein neues Agreement zwischen den Menschen und der Politik braucht es in diesem Bundesland! Es ist falsch, egoistische Partikularinteressen zu vertreten. Mir liegt die moderne und solidarische Gesellschaft am Herzen. Und das meine ich ernst. Für mich zählen die Resultate für die BürgerInnen. Daher nehme ich jede Kritik gerne entgegen, auch wenn sie noch so negativ ist. Nur durch die Bereitschaft, sich auf einen ehrlichen Dialog einzulassen, der vielleicht auch mal unangenehm sein kann, profitiert die Politik langfristig. Natürlich freue ich mich auch über positive Kritik 🙂

Bilder http://www.pixelio.de, Foto: Stephanie Hofschlaeger

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Gegen die Diskriminierung von Zivis

Posted by niki - Januar 18, 2010

Dass Zivildiener einen wichtigen und wertvollen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten, ist unumstritten. Dass ohne sie ein großer Bereich des Sozialwesens zusammenbrechen würde, weil anders nicht finanzierbar (Zivis sind ja bekanntlich billige Arbeitskräfte), ist auch klar. Dennoch werde sie diskriminiert. Junge Burschen, die sich für den Zivildienst entscheiden – somit für soziales Engagement an unserer Gesellschaft – dürfen nach dem Zivildienstgesetz über einen Zeitraum von 15 Jahren keine Waffe führen.

Grundsätzlich finde ich die sehr strengen Regelungen betreffend Waffenbesitz richtig und sinnvoll. Keinen Sinn macht es aber, wenn dadurch junge Burschen in der Berufswahl beschränkt werden: Wenn zum Beispiel ein ehemaliger Zivildiener in späteren Jahren in den Polizeidienst eintreten möchte (den Zivildienst macht man(n) frühestens mit 18; für die Aufnahmeprüfung zur Polizei darf man höchstens 30 sein). Der Beruf des Jägers oder Försters scheidet für die nächsten 15 Jahre ebenso aus. Oder andersrum: Ich bin mir sicher, dass niemand will, dass sich ein junger Mann gegen den Zivildienst entscheidet, weil er sonst nicht Polizist werden kann.

Diese Regelung ist schlichtweg veraltet, diskriminierend und realitätsfremd. Die Abschaffung der kommissionellen Prüfung und der damit verbundenen Gewissenserklärung waren richtige Schritte. Jetzt ist es an der Zeit, weitere zu setzen. Letzten Mittwoch verhandelten wir einen Antrag im Landtag, den die Salzburger SPÖ im Landtag einbrachte, mit der Forderung, diese Regelung zu ändern. Auch auf Bundesebene wurde vor kurzem eine Petition diesbezüglich eingebracht. Ehemaligen Zivildienern sollte aus ihrer Leistung keine Beschränkung der freien Lebens- oder Berufswahl – schon gar nicht über einen so langen Zeitraum – erwachsen. Es wäre dringend an der Zeit, diese Bestimmung zu ändern – im Sinne der Zivildiener und im Sinne einer Gesellschaft, die von ihrer wertvollen Arbeit abhängig ist!

http://www.pixelio.de, Foto: Andreas Morlok

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Reboot Poltics!

Posted by niki - Januar 8, 2010


Die Sozialdemokratie steht zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor neuen Herausforderungen. Die Wirtschaftskrise hat das Vertrauen der/des Einzelnen in die Politik – auch in die sozialdemokratischen Antworten – weiter gestört. Ich glaube nicht, dass die Sozialdemokratie ihre historische Mission erfüllt hat und somit überflüssig geworden ist. Viel mehr ist es an der Zeit, dass gerade wir Jungen beginnen, neue Werte, Ideen und Vorschläge zu erarbeiten, damit wir eine Vorstellung über neue, moderne, soziale und demokratische Politik bekommen.

Es ist an der Zeit, neue Ideen zu denken und zu formulieren. Aber nicht, weil der Weg bisher falsch war, sondern weil sich die Welt verändert hat. Die Werte der Sozialdemokratie wie Gerechtigkeit, Zusammenhalt und Freiheit sind gleich geblieben und haben mehr Bedeutung als zuvor! Aber die Welt und die Gesellschaft um uns herum haben sich verändert. Wir befinden uns in neuen Lebensrealitäten und -Situationen! Das müssen wir akzeptieren. Antworten aus den 70igern werden die Probleme des 21. Jahrhunderts NICHT lösen können. Jetzt ist es unsere Aufgabe, neue Ideen zu denken, neue Antworten auf diese Veränderungen zu finden und diese im besten Fall umzusetzen.

Deshalb werde ich nach und nach konkrete Bereiche aufzeigen, von denen ich denke, dass Änderungen wichtig sind. Und ich werde konkrete Vorschläge bieten – angepasst an die Lebensrealität des 21. Jahrhunderts.

Ich freue mich über jede Anregung!

Bilder: http://www.pixelio.de
Bild 1 und 2: Dieter Schütz

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Warum es gut und richtig ist, dass die „Pille danach“ nun rezeptfrei ist

Posted by niki - Dezember 28, 2009

Eine Initiative, angepasst an die Lebensrealitäten der Jugend

Seit 18. Dezember ist die „Pille danach“ dank unseres Gesundheitsministers Alois Stöger (SPÖ) nun endlich rezeptfrei. Und das ist mehr als gut so. Warum? Eine kleine, wahre Geschichte möchte ich euch hier erzählen…

Ich kann mich noch gut erinnern, als eine Freundin von mir diese „letzte Rettung“ vor ein paar Monaten mehr als dringend brauchte. Es war Sonntag in der Früh, das Kondom war – trotz ordnungsgemäßer Anwendung – geplatzt. Die einzige Möglichkeit: das rettende Krankenhaus. GynäkologInnen, die ein Rezept dazu ausstellen, haben ja in der Regel Sonntag morgen zu. Dort angekommen, trafen sie erstmals strafende Blicke (scheinbar ist Sex etwas böses…) und die überflüssige Frage, wie alt sie wäre (sie war über 20). Nach der Untersuchung kam dann die ernüchternde Botschaft: Ohne Rezept kostet die „Pille danach“ 183 Euro! Für eine Studentin ein Batzen Geld. Dennoch wurden die 183 Euro zähneknirschend in Kauf genommen – die Angst vor einer Schwangerschaft überwog dann doch.

So läuft es (zwar nicht immer) aber leider oft in der Realität ab. Und diese Stigmatisierung verbunden mit hohen Kosten trifft hauptsächlich Frauen.

Ist Sexualerziehung wichtiger als die rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“?

Oftmals wird in diesem Zusammenhang argumentiert, dass eine ordentliche schulische Sexualerziehung und Aufklärungsarbeit „wichtiger“ wäre. Natürlich ist der Ruf nach Aufklärung über Verhütung richtig und gerechtfertigt. Präventiv zu arbeiten ist immer besser als spätere Versäumnisse zu kitten! Aber nichtsdestotrotz kann immer etwas „passieren“. Und für diese Fälle muss dann auch vorgesorgt sein. Daher nicht entweder oder, sondern sowohl als auch.

ExpertInnen, wie der Leiter der Wiener Gynmed-Klinik Christian Fiala, erwarten durch die rezeptfreie „Pille danach“ einen Rückgang der Schwangerschaftsabbrüche. In fast allen Ländern Westeuropas sei diese Maßnahme seit mehr als zehn Jahren Realität und habe sich sehr bewährt. Das Salzburger Frauengesundheitszentrum ISIS vertritt sogar die Meinung, dass die „Pille danach“ in der Hausapotheke bei Bedarf griffbereit sein soll.

Unachtsame Verhütung?

Das Argument„Wenn die Pille danach jetzt rezeptfrei ist, wird unachtsamer verhütet“ stimmt einfach nicht. Es ist dumm zu glauben, dass Mädchen und Frauen jetzt unachtsamer verhüten würden, wenn sie wissen, dass die „Pille danach“ jetzt rezeptfrei und somit „leichter zu haben“ ist. (Jungen) Frauen ist sehr wohl bewusst, dass die „Pille danach“ kein normales Verhütungsmittel ist, sondern nur in Notfällen anzuwenden ist und unter Umständen auch Nebenwirkungen haben kann.

Unsere Rolle, die Rolle der Politik sehe ich darin, Aufklärungsarbeit zu leisten. Aufklärung über ordnungsgemäße Verhütung, Aufklärung über die Möglichkeit der „Pille danach“ und ihre Auswirkungen. Hier ist es wichtig, sinnvolle Regelungen – wie die derzeitige Verordnung des Gesundheitsministers – zu schaffen, um in konkreten „Notsituationen“ zu helfen.

Denn nur so leisten wir unseren Beitrag, junge Menschen zu selbstbestimmten, eigenständigen Menschen zu erziehen. Und das verstehe ich unter einer Politik der „helfenden Hand“ anstatt des „erhobenen Zeigefingers“!

Bilder: http://www.pixelio.de
Bild 1: Rainer Sturm
Bild 2: Viktor Mildenberger
Bild 3: Tomizak

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